Suunto Spartan Ultra Testbericht

Suunto Spartan Ultra Testbericht

Kategorie: Test/Review | eingetragen am 25. Januar 2017 von Christof Simon

Suuntos neueste Sportuhrgeneration nennt sich Spartan. So wie es aussieht, scheint die seit einigen Jahren erhältliche und gut eingeführte Ambit Serie auszulaufen. Sieht man sich die Spezifikationenliste der Suunto Spartan Ultra an, dann gibt es auf den ersten Blick viel Neues: am auffälligsten sind das Farbdisplay und der Touchscreen.

Ich habe die Suunto Spartan Ultra in Schwarz schon seit einigen Monaten im Einsatz und auf das Härteste getestet, beim Schwimmen, beim Radfahren, beim Laufen, beim Bergsteigen und beim Skitourengehen. Was ich von der neuen GPS-Trainingsuhr halte und wie sie sich im Vergleich zum Vorgänger oder anderen GPS-Uhren schlägt, erläutere ich im folgenden Testbericht zur Suunto Spartan Ultra.

Aktuelle Updates: hier klicken

Wichtiger Hinweis: Wir haben die Suunto Spartan Ultra von Suunto Österreich zu Testzwecken zur Verfügung gestellt bekommen und werden diese danach wieder retournieren. Wir versuchen in diesem Test die Praxistauglichkeit dieser GPS-Uhr möglichst objektiv zu prüfen.

Die Suunto Spartan Ultra in typisch nordischem Design: klassisch und zeitlos.

Die Suunto Spartan Ultra in typisch nordischem Design: klassisch und zeitlos.

Die Spartan Ultra wird in einer edlen Kartonbox ausgeliefert, unser Testmodell hat die Farbe schwarz.

Die Spartan Ultra wird in einer edlen Kartonbox ausgeliefert, unser Testmodell hat die Farbe schwarz.

Verpackung und Design

Im Lieferumfang enthalten: Schnellstartanleitung, USB-Kabel, Brustgurt mit Herzfrequenzsensor, die Uhr selber und ein Garantieheft.

Im Lieferumfang enthalten: Schnellstartanleitung, USB-Kabel, Brustgurt mit Herzfrequenzsensor, die Uhr selber und ein Garantieheft.

Sie Suunto Spartan Ultra kommt - wie bei Suunto gewohnt - in einer edlen schwarzen Kartonbox daher. Im Lieferumfang enthalten ist neben der Uhr ein Garantieheft, eine Schnellstartanleitung, das USB-Verbindungskabel, der Brustgurt und der Herzfrequenzsender. Auffallend ist das neue USB-Kabel. Sunnto hat sich von der etwas wackeligen Klammer der Ambit Modelle verabschiedet und setzt jetzt auf einen starken Magneten. Dieser verbindet die Kontakte der Uhr mit denen des Kabels bombenfest und das Kabel fällt zudem noch deutlich kleiner aus. Hier gibt es kein Verrutschen mehr. Ich bin begeistert von dem neuen Kabel.

Ein Lob dem Produktdesigner: Das USB-Kabel ist mit einem starken Magneten ausgestattet ...

Ein Lob dem Produktdesigner: Das USB-Kabel ist mit einem starken Magneten ausgestattet ...

... und hält bombenfest an der Uhr. Besser geht's nicht.

... und hält bombenfest an der Uhr. Besser geht's nicht.

Ansonsten sind Brustgurt und Smart Sensor dieselben, die es auch schon bei der Ambit 3 und der Traverse gab.

Noch ein paar Worte zum Design. Die Suunto Spartan Ultra reiht sich in die nordische Designtradition ein: schlicht, edel und reduziert. Ich persönlich finde die Spartan Ultra die bislang schönste GPS-Uhr am Markt. Wie von Suunto gewohnt ist sie formschön und robust. Mit dem Silikonarmband schmiegt sie sich ans Handgelenk. Sie lässt sich auch hervorragend als Alltagsuhr einsetzen. Aber wie immer, Geschmack liegt natürlich im Auge des Betrachters. Meinen hat der Produktdesigner bei Suunto voll getroffen.

Unserer Testuhr hat die Farbe schwarz (UVP 699 EUR). Weiters gibt es die Spartan Ultra noch in all black titanium (UVP 799 EUR), in stealth titanium (UVP 799 EUR) , als Copper Special Edition (UVP 869 EUR) und als white Variante (UVP 699 EUR).

Die momentan erhältlichen Farben der Suunto Spartan Ultra: all black, stealth titanium, copper special edition, black und white.

Die momentan erhältlichen Farben der Suunto Spartan Ultra: all black, stealth titanium, copper special edition, black und white. Foto: suunto.com

Inzwischen gibt es die Suunto Spartan auch als "Sport" Version. Dieser fehlt im Vergleich zur Ultra der Barometer und die damit verbundene barometrische Höhenmessung und die Barometerprofile. Auch ein Temperatursensor ist nicht verbaut. Der Akku der Sportversion ist auch kleiner, als jeder der Ultra.

Die Suunto Spartan Sport gibt es in blue, black, sakura und white.

Die Suunto Spartan Sport gibt es in blue, black, sakura und white. Foto: suunto.com

Für das Frühjahr 2017 hat Suunto die Spartan Sport Wrist HR, also die Sport-Version mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk angekündigt. Dabei wird über einen Sensor der Firma Valencell die Herzfrequenzmessung durchgeführt. Der Brustgurt entfällt dann gänzlich. Diese Variante nennt sich dann Suunto Spartan Sport Wrist und wird in den Farben schwarz, blau und sakura erhältlich sein. Den unverbindlichen Verkaufspreis legt Suunto mit 599 EUR fest.

Für das Frühjahr 2017 angekündigt: die Suunto Spartan Sport Wrist HR mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk.

Für das Frühjahr 2017 angekündigt: die Suunto Spartan Sport Wrist HR mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk. Foto: suunto.com

Gewichts- und Größenvergleich mit anderen GPS-Uhren

Ich habe die Spartan Ultra in Größe und Gewicht mit ein paar anderen Uhren verglichen. Mit 73 Gramm ist sie leichter als die Suunto Ambit3 Peak (89 Gramm) oder die Garmin Fenix 3 (83 Gramm). In der Praxis merkt man aber den Unterschied zwischen all diesen Uhren kaum. Auch von der Dicke her liegt die Spartan Ultra mit 16mm eher auf der dünneren Seite, aber auch hier wenig Unterschiede zur Konkurrenz.

Uhrendicke im Vergleich: Garmin Fenix 3, Suunto Ambit 3 Peak und Suunto Spartan Ultra.

Uhrendicke im Vergleich: Garmin Fenix 3, Suunto Ambit 3 Peak und Suunto Spartan Ultra.

Praxistest

Nach einigen Trainingseinheiten mit der Suunto Spartan wird klar, dass es sich bei dieser Trainingsuhr um eine komplette Neuentwicklung handelt. Wer die Bedienung von der Ambit-Serie gewohnt ist, muss hier zuerst umlernen. Das Starten einer Trainingseinheit und das Bewegen durch die Menüs geht dann aber ähnlich schnell wie bei den Ambits. Der Touchscreen, einer der großen Neuerungen, ist allerdings etwas enttäuschend. Leider reagiert er manchmal verzögert, manchmal ruckelt es und manchmal reagiert er anders, als man erwarten würde. Leider kein Vergleich mit den Touchscreens aktueller Smartphones.

Die Anzeige der Runden ist bei der Spartan Ultra gut gelungen, im Vergleich besser als bei der Garmin Fenix 3 links.

Die Anzeige der Runden ist bei der Spartan Ultra gut gelungen, im Vergleich besser als bei der Garmin Fenix 3 links.

Die Suunto Spartan Ultra bei einer Ausfahrt mit dem Rennrad.

Die Suunto Spartan Ultra bei einer Ausfahrt mit dem Rennrad.

Das Farbdisplay ist für meinen Geschmack gut gelungen. Es ist nicht ultrahell, ich hatte aber bislang noch keine Lichtverhältnisse, wo ich mich mit dem Lesen schwertat.

Hier nachfolgend die sechs grundlegenden Modi der Uhr: Zeitanzeige, Training, Navigation, Logbuch, Stoppuhr und Einstellungen.

Zeitanzeige

Zeitanzeige

Training

Training

Navigation

Navigation

Logbuch

Logbuch

Stoppuhr

Stoppuhr

Einstellungen

Einstellungen

Für die Zeitanzeige kann der Benutzer aus unterschiedlichen Bildschirmen wählen. Ganz nach Geschmack lässt sich von der simplen Digitalanzeige bis zum analogen Chronografen-Ziffernblatt aus 6 verschiedenen Designs und jeweils mehreren Farben wählen.

Aus 6 verschiedenen Ziffernblättern kann gewählt werden

Aus 6 verschiedenen Ziffernblättern kann gewählt werden...

vom simplen Analog-Design...

vom simplen Analog-Designs...

Aus 6 verschiedenen Ziffernblättern kann gewählt werden

.. über geteilte Ansichten ...

vom simplen Analog-Design...

... bis hin zu digitalen Anzeigen ...

... gibt es einige Möglichkeiten.

... gibt es einige Möglichkeiten.

Im Trainingsmodus kann man die Sportart wählen und gelangt dann zu einem Bildschirm wo man noch ein paar Option anpassen kann. Meist sind das Ziele, Routennavigation, Auto Stopp und GPS-Genauigkeit. Je nach Sportart gibt es anderer Optionen, zum Beispiel lässt sich beim Poolschwimmen hier die Beckenlänge einstellen.

Zu Trainingsbeginn die Auswahl der Sportart

Zu Trainingsbeginn die Auswahl der Sportart ...

... danach genügt ein Knopfdruck ein Tap auf den Bildschirm und das Training kann starten.

... danach genügt ein Knopfdruck ein Tap auf den Bildschirm und das Training kann starten.

Im Navigationsmodus kann man sich seine gespeicherten Routen oder den Kompass anzeigen lassen. Hier lassen sich auch die Navigationseinstellungen abrufen. Bei Letzteren gibt es allerdings nur zwei Optionen: Kompass kalibrieren und Deklination einstellen.

Der Kompass der Suunto Spartan Ultra.

Der Kompass der Suunto Spartan Ultra.

Im Logbuch lassen sich die gespeicherten Trainingseinheiten mit den wichtigen Kennzahlen anzeigen. In einem eigenen Bildschirm gibt es die - sehr gut aufbereiteten - Rundeninformationen. Neu ist, dass man hier auch nachträglich in der Uhr Trainingseinheiten löschen kann. Bei den Ambits war das bislang so nicht möglich.

Im Logbuch lassen sich alle gespeicherten Moves anzeigen oder löschen.

Im Logbuch lassen sich alle gespeicherten Moves anzeigen oder löschen.

Hinter dem Stoppuhrmodus versteckt sich - wie der Name schon sagt - eine simple Stoppuhr. Simple heißt, es gibt nur die Funktionen starten, stoppen und zurücksetzen. Es lassen sich weder Zwischenzeiten noch Runden anzeigen. Nur der Vollständigkeit halber, es gibt auch keine Countdown-Funktion. Mag für manchen keine Bedeutung haben. Aber für mich, der täglich zum Frühstück ein 3-Minuten-Ei genießt, leider ein großes Manko.

Die Stoppuhr der Spartan Ultra ist einfach, fast zu einfach...

Die Stoppuhr der Spartan Ultra ist einfach, fast zu einfach...

Der letzte Modus ist der Einstellungsmodus. Hier kann man die Zeit einstellen, die Sprache wählen, Einstellungen zu Tönen, Hintergrundbeleuchtung und zu den persönlichen Daten vornehmen. Auch die Weckfunktion verbirgt sich hinter dem Untermenüpunkt "Allgemeines". Leider wird auch beim Wecker nur das Nötigste geboten. Es gibt nur einen Alarm. Zumindest kann man einstellen, ob er täglich, an Wochentage oder nur einmal abgeht.

Hier können diverse Einstellungen getätigt werden

Hier können diverse Einstellungen getätigt werden

Neben diesen Modi gibt es noch einige Informationsbildschirme (bei Druck auf Taste rechts unten): Aktivität, Training, Erholung und Outdoor. Der Aktivitätsbildschirm zeigt die aktuell getätigten Schritte und Kalorien an. Auf einer zweiten Seite gibt es eine Übersicht der Schrittanzahl der letzten 7 Tage und die daraus resultierende Durchschnittsschrittanzahl.

Beim Trainingsbildschirm gibt es Anzeigen über die Dauer, die Kilometer und die verbrauchten Kalorien der einzelnen Sportarten.

Der Trainingsbildschirm zeigt wahlweise die Trainingsstunden oder die Kilometerleistung der einzelnen Sportarten für die letzten 30 Tage an.

Der Trainingsbildschirm zeigt wahlweise die Trainingsstunden oder die Kilometerleistung der einzelnen Sportarten für die letzten 30 Tage an.

Der Erholungsbildschirm zeigt die verbleibenden Stunden an, die der Körper für die Erholung benötigt.

Der Erholungsbildschirm zeigt die verbleibenden Stunden an, die der Körper für die Erholung benötigt.

Im Outdoor-Bildschirm gibt es zwei Ansichten. Eine zeigt die aktuelle Höhe mit der Höhengrafik der letzten zwei Stunden, die andere den Luftdruck mit der Grafik der letzten 12 Stunden.

Outdoorbildschirm Ansicht 1: aktuelle Höhe und Höhengrafik der letzten Stunden.

Outdoorbildschirm Ansicht 1: aktuelle Höhe und Höhengrafik der letzten Stunden.

Outdoorbildschirm Ansicht 2: Aktueller Luftdruck und Trend der letzten 12 Stunden.

Outdoorbildschirm Ansicht 2: Aktueller Luftdruck und Trend der letzten 12 Stunden.

Navigationsfunktionen

Der Gesamteindruck zur Spartan Ultra setzt sich auch bei den Navigationsfunktionen fort. Auch hier gibt es nur Basicfunktionen. Man kann einer Route mit einer Brotkrummenlinie (strichlierter Linie) folgen, es gibt aber weder Waypoint-Navigation noch Trackback oder sonst etwas. Allein das Fehlen von Trackback macht die Uhr für den Einsatz am Berg - egal ob Bergsteigen oder Skitour - unbrauchbar. Nicht nur einmal half mir diese Funktion bei Nebel sicher den Rückweg zu finden. Mit der Spartan Ultra wäre so etwas nicht möglich. Ich hoffe inständig, dass diese extrem wichtige Funktion so schnell wie möglich per Softwareupdate nachgeliefert wird.

Ansonsten gibt es im Bereich Navigation leider nicht viel mehr zu berichten.

Die Brotkrummen-Navigation (strichlierte Linie der bereits zurückgelegten Strecke) ist kaum Ersatz für eine Trackback-Funktion.

Die Brotkrummen-Navigation (strichlierte Linie der bereits zurückgelegten Strecke) ist kaum Ersatz für eine Trackback-Funktion.

Activity Tracker

Wir haben die Infobildschirme schon weiter oben angesprochen. Wie gesagt es gibt Anzeigen zu gemachten Schritten und verbrauchten Kalorien für den aktuellen Tag und die letzten 7 Tage. Auf Daten, die weiter zurückliegen, kann man leider nicht zurückgreifen. Weder auf der Uhr noch in Movescount.

Der Activity Tracker zeigt eine grafische Übersicht der letzten 7 Tage mit den durchnittlich getätigten Schritten oder verbrauchten Kalorien.

Der Activity Tracker zeigt eine grafische Übersicht der letzten 7 Tage mit den durchnittlich getätigten Schritten oder verbrauchten Kalorien.

Verbindungen (Bluetooth, ANT+, WIFI)

Die Suunto Spartan Ultra kommuniziert per Bluetooth Smart mit anderen Geräten. Wie bei den Vorgängermodellen aus der Ambit-3-Serie sind weder ANT+ noch WIFI an Bord.

GPS-Genauigkeit und Akkulaufzeit

In Sachen GPS-Genauigkeit ist für mich die Suunot Ambit 3 Peak unter den GPS-Uhren noch immer DIE Referenz. Ich hatte sie an mehrere Trainingseinheiten gemeinsam mit der Spartan Ultra dabei und habe mir beide Tracks angeschaut.

Bei der Skitour auf das Rangger Köpfl ist beim Trackvergleich eine minimale Abweichung im Waldstück zu erkennen, aber für mich alles noch im grünen Bereich.

Bei der Skitour auf das Rangger Köpfl ist beim Trackvergleich eine minimale Abweichung im Waldstück zu erkennen, aber für mich alles noch im grünen Bereich.

Beide Uhren zeigen ähnliche Daten an. Die Tracks liegen nah beieinander, meist innerhalb von 5-10 Metern. Was die Genauigkeit anbelangt ist die Spartan Ultra aus meiner Sicht gleich gut wie die Ambit3 Peak. Beim Suchen des GPS-Signals ist die Spartan Ultra sogar noch schneller als die Ambit 3 Peak, es dauert oft nur mehr 1-2 Sekunden.

Bei der Bergtour auf die Rumer Spitze liegt die Abweichung der Tracks meist um die 5m, oft sogar weniger.

Bei der Bergtour auf die Rumer Spitze liegt die Abweichung der Tracks meist um die 5m, oft sogar weniger.

Nicht ganz so homogen sind die Ergebnisse in der Höhenmessung. Bei manchen Tracks liegen beide Uhren um bis zu 50 Höhenmeter auseinander, was im Bergsportbereich sehr viel ist. Allerdings ist es einmal die Suunto Ambit 3 Peak, die nicht genau anzeigt, ein anderes Mal die Spartan Ultra. Ähnliche Differenzen habe ich aber schon zwischen diversen GPS-Uhren mit Barometer feststellen müssen. Ich werde diese Messfehler deshalb nicht überbewerten, aber erwähnt sollen sie sein.

Der ultimative Vergleich: Garmin Fenix 3, Suunto Ambit 3 Peak und Suunto Spartan Ultra. Bei den kumulierten Höhenmetern sind die Uhren sehr nah beieinander. Etwas mehr Abweichung gibt es bei der absoluten Höhe

Der ultimative Vergleich: Garmin Fenix 3, Suunto Ambit 3 Peak und Suunto Spartan Ultra. Bei den kumulierten Höhenmetern sind die Uhren sehr nah beieinander. Etwas mehr Abweichung gibt es bei der absoluten Höhe

Abweichungen bei der Höhe auf der Skitour zum Rangger Köpfl, nicht enorm aber vorhanden.

Abweichungen bei der Höhe auf der Skitour zum Rangger Köpfl, nicht enorm aber vorhanden.

Bei der Akkulaufzeit habe ich keine Vergleichstests mit anderen Uhren gemacht. Was ich aber sicher sagen kann: Die Akkulaufzeit der Suunto Spartan Ultra ist kürzer als bei der Ambit 3 Peak. Das bestätigen auch die Angaben auf der Suunto Webseite, die meist ziemlich korrekt sind. Dort wird für den genauesten GPS-Modus eine Laufzeit von 18 Stunden angegeben (gegenüber 20 Stunden bei der Ambit 3 Peak), bei der Einstellung "Gut" sind es 26 Stunden (30 Stunden bei Ambit 3 Peak) und 65 Stunden bei "Ok" (200 Stunden bei Ambit 3 Peak).

Auch die Batterienutzungsdauer im Zeitmodus, also ohne Verwendung von GPS usw., ist meiner Erfahrung ebenfalls kürzer als bei der Ambit 3 Peak. Ich musste die Uhr deutlich öfter anstecken. Suunto gibt hier eine Zeit von 15 Tagen vor, bei der Ambit 3 Peak sind es satte 30 Tage. Die kürzeren Werte bei der Spartan Ultra sind aber nachvollziehbar, ein Farbdisplay mit Touchscreen verbraucht einfach mehr Energie.

Software und Trainingsauswertung

Seit der Veröffentlichung der Suunto Spartan Ultra gab es auch in Movescount viele Änderungen. Movescount ist die cloudbasierte Software, in der der User seine Trainingseinheiten (bei Suunto "Moves" genannt) auswerten kann. Hier lassen sich auch alle persönlichen Einstellungen (Herzfrequenzober- und Untergrenzen, Gewicht usw.) und Einstellungen zur Uhr selber vornehmen.

Der Movescount Startbildschirm zeigt übersichtlich die Trainings der letzten Tage, wichtige Kennzahlen wie Zeiten, Kilometer und sogar wie wir uns gefühlt haben.

Der Movescount Startbildschirm zeigt übersichtlich die Trainings der letzten Tage, wichtige Kennzahlen wie Zeiten, Kilometer und sogar wie wir uns gefühlt haben.

Die Detailansicht der einzelnen Trainingseinheiten ist gewohnt übersichtlich und - zumindest für mich - sehr ausführlich. Der neue Startbildschirm ist etwas gewöhnungsbedürftig aber weiß auch zu gefallen.

In der Detailansicht jedes Trainings lassen sich Landkarte mit Track und diverse Kurven einblenden.

In der Detailansicht jedes Trainings lassen sich Landkarte mit Track und diverse Kurven einblenden.

Kommen wir zu den Uhreinstellungen. Nach dem letzten Movescount-Update ist es endlich möglich, Sportarten mit eigenen definierten Feldern anzulegen. Allerdings leider nur sehr rudimentär. Die Anzahl der Bildschirme ist fix vorgegeben. Lediglich die Felder können geändert werden. Meist gibt es einen Bildschirm mit 4 Feldern einen Bildschirm mit 5 Feldern und einen Bildschirm mit Rundeninformationen. Das war's, eine genaue Konfiguration der Felder und Bildschirme ist bislang bei der Spartan Ultra Fehlanzeige, das kann "nur" die Ambit 3.

In Movescount werden alle verwendeten Uhren aufgelistet, klickt man auf die Spartan Ultra werden die Sportmodi angezeigt.

In Movescount werden alle verwendeten Uhren aufgelistet, klickt man auf die Spartan Ultra werden die Sportmodi angezeigt.

Momentan kann man bei den Sportmodi neue hinzufügen und die angezeigten Datenfelder ändern, nicht aber neue Bildschirme anlegen (so wie bei der Ambit 3).

Momentan kann man bei den Sportmodi neue hinzufügen und die angezeigten Datenfelder ändern, nicht aber neue Bildschirme anlegen (so wie bei der Ambit 3).

In Movescount gibt es sonst noch viel zu entdecken. Zum Beispiel die erst vor wenigen Monaten integrierte Heatmap. Hier kann man sich auf einer Landkarte anzeigen lassen, wo sich die beliebtesten Trainingsstrecken befinden. Je öfter eine Strecke benutzt wird, desto heller leuchtet sie auf der Karte. Man kann diese Ansicht auf die verschiedenen Sportarten eingrenzen. Die Heatmap ist besonders praktisch, wenn man zum Beispiel im Urlaub schnell gute Laufstrecken finden will.

Die Movescount-Heatmap zur Sportart Laufen in Innsbruck und Umgebung.

Die Movescount-Heatmap zur Sportart Laufen in Innsbruck und Umgebung.

Neu ist auch "Training Insights". Hier werden alle Daten der Movescount-Nutzer zusammengeführt und man erhält eine Interpretation, wie Leute trainieren, die zum Beispiel einen Marathon unter 3:30 laufen. Man erhält Infos, wie oft und wie lange sie trainieren, welche Kilometerleistung sie erbringen oder in welchen Herzfrequenzbereichen sie sich an den unterschiedlichen Trainingstagen befinden. Diese Infos kann man sich für sein eigenes Training zunutze machen.

Smartphone-Funktionen, Smartphone App

In puncto Smartphone App kann ich nur über meine Erfahrungen mit dem Google Nexus 5x Android Smartphone berichten. Hier konnte ich sofort eine Verbindung zur Spartan Ultra herstellen. Ich betone das deshalb, weil Suunto und Android schon immer etwas problematisch war. Viel User berichtete in der Vergangenheit über Probleme. Diese hatte ich bislang nicht, aber die Synchronisationszeiten sind zuweilen mit mehreren Minuten sehr lange. Auch die Benachrichtigungen wurden anstandslos an die Uhr übermittelt.

Startbildschirm der Movescount App für Android

Startbildschirm der Movescount App für Android

Übersicht der Trainingseinheiten

Übersicht der Trainingseinheiten

Die Synchronisation mit der App dauert lange, meist 2-3 Minuten.

Die Synchronisation mit der App dauert lange, meist 2-3 Minuten.

Die Android-App bietet 5 Modi: Ich, Karte, Neuer Move, Uhr und Herzfrequenz.

Unter "Ich" gibt es eine Zusammenfassung der letzten 30 Tage und eine Auflistung der letzten Moves. Die Moves kann man sich im Detail anschauen, ähnlich der Desktop-Version von Movescount. Hier kann man auch sein Profil mit den Körpermaßen einstellen. Von den vorhandenen Trainingseinheiten lassen sich kurze Videosequenzen erstellen. Auf diesen sieht man den zurückgelegten Weg in einer 3D-Karten-Animation. Dazu werden wichtige Kennzahlen, wie höchster Punkt, Dauer der Trainingseinheit, oder zurückgelegte Höhenmeter eingeblendet. Das erstellte Video kann man dann gleich in diversen Social Media Kanälen teilen.

Unter Karte lässt sich eine "Heatmap" für eine oder mehrere Sportarten der gleichen Art anzeigen.

Die Heatmap ist auch auf der Movescount App verfügbar.

Die Heatmap ist auch auf der Movescount App verfügbar.

Die Detailansicht der Moves zeigt Karte mit Track und diverse Kurven (hier Herzfrequenz).

Die Detailansicht der Moves zeigt Karte mit Track und diverse Kurven (hier Herzfrequenz).

Unter "Neuer Move" kann man einen neuen Move erstellen.

Im "Herzfrequenz"-Modus kann man sich mit dem Herzfrequenzsender verbinden. Auch das hat anstandslos funktioniert.

Fazit

Eine abschließende Bewertung zur Suunto Spartan Ultra fällt mir nicht leicht. Einiges an der Uhr hab ich in den letzten Monaten lieben gelernt. Mir gefällt das schöne Design, das angenehme Tragegefühl, das Farbdisplay und besonders das geniale USB-Kabel mit dem Magneten. Aber leider ist Design nicht alles. Denn wenn es um die Funktionen und die Software der Uhr geht, sieht es leider nicht mehr so rosig aus. Der oft gebrauchte Ausdruck "Das Gerät reift beim Kunden" scheint bei der Suunto Spartan Ultra zum Konzept zu gehören. Suunto weist Spartan-Nutzer darauf hin, dass im Laufe der nächsten Monate immer wieder Software-Updates erscheinen, dazu gibt es eine eigene Webseite. Dabei betont Suunto immer wieder, dass auf Kundenfeedback Rücksicht genommen wird.

Das klingt zwar alles schön und gut, aber Tatsache ist, dass es vier Monate und einige Softwareupdates später noch immer sehr viel fehlt. Wer in nächster Zeit mit einer Suunto Spartan Ultra liebäugelt, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass sie im Moment nicht den Funktionsumfang einer Ambit 3 Peak oder einer Garmin Fenix 3 bietet. Es gibt weder einen ordentlichen Intervalltimer, noch kann man eigene Bildschirme in den Trainingsmodi anlegen und Suunto Apps fehlen gänzlich.

Für eine 700-Euro-Uhr ist das - drücken wir es mal vorsichtig aus - "ungewöhnlich". Viele Sportler - und ich zähle mich auch dazu - erwarten von einer neuen Uhr, dass zumindest die Funktionen des Vorgängermodells vorhandenen sind. Mit der Suunto Spartan Ultra ist das im Moment nicht der Fall. Ich bin aber überzeugt, dass Suunto sich in den nächsten Monaten für seine Kunden voll ins Zeug legen wird, und der Spartan Ultra die fehlenden Funktionen per Software-Update beibringt. Das versicherte mir auch mein Kontakt bei Suunto. Man sei sich der Softwareproblematik bewusst und setzt alle Hebel daran etwas zu ändern.

Wer momentan dringend eine neue GPS-Uhr braucht, der sollte sich auch die Angebote zur Suunto Ambit 3 Serie einmal genauer anschauen. Hier gibt es geballten Funktionsumfang zum günstigen Preis.

Auch beim Schwimmen war die Suunto Spartan Ultra dabei.

Auch beim Schwimmen war die Suunto Spartan Ultra dabei.


Das finden wir gut:

  • Edles und robustes Design
  • Hervorragendes USB-Kabel mit Magnet-Verbindung zu Kontakten
  • Sehr guter Tragekomfort
  • Farbdisplay
  • Ziffernblatt in verschiedenen Designs
  • sehr schneller GPS-Fix
  • gute GPS-Leistung

das finden wir nicht so gut:

    noch viel zu geringer Funktionsumfang
  • kaum Navigationsfunktionen
  • Touchscreen reagiert langsam und oft unerwartet
  • kein WIFI
  • keine Suunto-Apps
  • hoher Anschaffungspreis

Ich bedanke mich für das Lesen dieses Testberichtes und für die Geduld bis zum Ende durchzuhalten. Bei offenen Fragen, bitte einfach einen Kommentar hinterlassen.

AKTUELLE UPDATES:
25.01.2017: Neu Uhr-Softwareversion 1.6.14: Optional GLONASS-Unterstützung bei genauester GPS-Einstellung, Verbesserungen in der Trackaufzeichnung, Bugfixes in der Synchronisation. Details dazu auf http://www.suunto.com/de-AT/Worlds/Trainingswelt/software-updates/Spartan-wird-starker/


Hat dir unser Testbericht gefallen oder gar geholfen? Wenn ja kannst du uns mit nur einem Klick unterstützen...

Solltest du dir die Suunto Spartan Ultra über Amazon.de bestellen wollen, benutze bitte nachfolgende Links. Du zahlst dabei kein Cent mehr, aber wir erhalten eine kleine Provision. Du hilfst uns damit diese Seite und diese Testberichte zu ermöglichen. Danke!

Suunto Spartan Ultra mit Brustgurt/Sensor auf Amazon
Suunto Spartan Ultra ohne Brustgurt/Sensor auf Amazon

Suunto Spartan Sport mit Brustgurt/Sensor auf Amazon
Suunto Spartan Sport ohne Brustgurt/Sensor auf Amazon

Du benutzt bereits eine Suunto Spartan Ultra oder Suunto Spartan Sport?
Wie sind deine Erfahrungen mit der GPS-Trainingsuhr?
Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Kommentare

#4
von Kurt H. am 24.02.2017
Guter Bericht... Ich verzweifle aber mit der Uhr gerade etwas.. Habe die Sparten Ultra black seit Nov. und hatte von Anfang an total irrwitzige Werte bei der Höhenaufzeichnung beim Mountainbiken. (bei echten ca.600hm auf meiner Hausrunde hatte ich Aufzeichnungen von mal 3000hm bis einmal 18200hm) Auf bitte meines Händlers wartete ich noch die Updates bis ende Dezember ab, brachte die Uhr dann aber zum "Austausch" zurück da sich nichts änderte. 3 Wochen später kam die gleiche Uhr aus Finnland zurück mit dem Hinweis das der Move mit 18200hm auf gut 2Std. wirklich totaler Blödsinn ist, man aber keinen Fehler finden konnte und es *Zitat*"...eventuell an viel Wind oder Reibung an der Kleidung liegen könnte." Nach dem ich meinem Händler dann klar machte das ich bei einer 600.- Uhr so eine Aussage schlichtweg als Frechheit empfinde wurde diese dann aber doch ausgetauscht.. (Meine langjährige sehr positive Einstellung zu Suunto hat sich mit der Spartan an sich und diesem "Service" seitens Suunto selber grundlegend geändert! Nur meinem Top Händler habe ich die Austauschuhr zu verdanken.) Problem ist nur das ich auch mit der 2'ten Uhr gestern wieder den gleichen "Blödsinn" heim brachte. Eine Radtour mit 630hm wurde mit 12200hm ausgewertet. Dabei passen die min und max Höhe aber nur sieht man in der Grafik auf Movescount das das Höhenprofil auch auf ebenen Strecken teilweise spontan um 100hm auf und ab springt. Das Höhenprofil weist überall Zacken wie ein Sägeblatt auf auch obwohl es gleichmäßige Anstiege oder ebene Strecken sind. All diese extremen Abweichungen hatte ich immer beim mountainbiken mit der Uhr am Handgelenk. Da ich aber von so einem Problem sonst noch nie was gelesen habe, und ich mir auch nicht vorstellen kann das ich nun 2mal eine Uhr mit gleichem Hardwarefehler erwischt hab weis ich echt nicht so recht was ich davon halten soll außer das die Uhr für mich so nicht brauchbar ist.
#3
von chris f. am 13.02.2017
Ehrlicher Testbericht. Die Uhr funktioniert (GPS vor allem), ist robust und angenehm zum tragen. Ich bereue jedoch den kauf ein wenig. Im Bereich Software wäre so viel mehr möglich mit wenig Aufwand. Vieles war nicht durchdacht und ist auf gut Glück, unausgereift auf dem Markt geworfen worden. Man kann es drehen wie man will; ich freue mich auf die Updates, das ständige warten und hoffen jedoch ist ein Geduldspiel auf dem ich mich kein zweites Mal einlassen wurde.
#2
von Stefan A. am 28.01.2017
Sehr guter Test Bericht, mir persönlich gefällt das Design der Uhr und vor allem des Ladegerätes. Bin echt gespannt wie das mit den Updates weitergehen wird.
#1
von Chris S. am 25.01.2017
Welch Zufall, genau am Tag der Veröffentlichung dieses Testberichtes ist ein neues Update für die Suunto Spartan Ultra erschienen :-) Die Änderungen betreffen die GPS-Funktionen. Bei der Verwendung der genausten GPS-Einstellung kann jetzt optional auch GLONASS mitverwendet werden (in den Optionen einstellbar). Wer es nicht kennt, GLONASS ist das russische Pendant zum amerikanischen GPS System. Zusätzlich soll es Verbesserungen bei der Trackgenauigkeit geben und Fehler in der Synchronisierung behoben worden sein. Genaue Details dazu auf http://www.suunto.com/de-AT/Worlds/Trainingswelt/software-updates/Spartan-wird-starker/ Dort steht auch, dass unter anderem folgendes in Entwicklung ist: Intervall-Training-Unterstützung, Wegpunktnavigation und Verbesserung der Sportmodi-Konfiguration. Alles sehr erfreuliche Punkte...
Dein Kommentar















zurück