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GPS-Serie Teil 1: Das GPS-Gerät als Orientierungshilfe

Kategorie: Tourenplanung, Navigation & GPS | eingetragen am 20. Juni 2007 von Christof Simon

Zu einem GPS-Gerät gehört immer eine Karte und am besten auch ein Planzeiger

Ein GPS-Gerät kann für denjenigen, der es zum ersten Mal in der Hand hält, mehr Verwirrung stiften als Nutzen bringen. Eine Vielzahl von Anzeigen und Funktionen erschlagen den unerfahrenen Benutzer. Nicht selten wird das nagelneue Gerät gleich wieder verkauft oder liegt unbenutzt in der Schublade. Wer aber die ersten Hürden nimmt, etwas Zeit opfert und sich mit dem GPS-Gerät befasst, der wird schnell die Vorteile zu schätzen wissen. Im Folgenden eine kurze Einführung über den Nutzen und die Verwendung von GPS-Empfängern.

Das GPS-Gerät als Ergänzung

Vorweg ist zu sagen, dass kein GPS Gerät auf Tour die klassische Navigationsarbeit mit Karte und Kompass ersetzen kann. Es dient lediglich als Ergänzung und erleichtert vor allem die Positionsbestimmung. Ein GPS Gerät kann nur sinnvoll benutzt werden, wenn man eine gute Karte dabei hat und diese auch lesen kann. Jetzt werden Besitzer von hochwertigen GPS-Empfängern protestieren und sagen, dass ihr Gerät ja eine Kartendarstellung hat. Für was benötigt man da noch eine zusätzliche Landkarte aus Papier? Obwohl die digitalen Karten von GPS-Geräten inzwischen für viele Länder sehr genau sind, wären sie alleine zuwenig für eine vernünftige Navigationsarbeit. Die Darstellung auf dem Gerät erlaubt nur einen sehr kleinen Ausschnitt, was die Übersichtlichkeit gegenüber einer gefalteten Karte stark einschränkt. Zuguterletzt sollte man nie vergessen, dass ein GPS-Gerät mit Batterien betrieben wird, und diese zum Beispiel bei tiefen Temperaturen stark an Leistung verlieren können. Wenn man dann im Notfall ohne Karte dasteht, kann das fatale Folgen haben. Ein GPS Gerät kann auch ausfallen, weil zum Beispiel gerade kein Satellit empfangen werden kann. Umgekehrt heißt das aber auch, dass selbst die günstigsten GPS Geräte mit schwarz-weiß-Display und ohne Kartendarstellung für die reine Positionsbestimmung den gleichen Nutzen haben als die der teuren Kollegen.

Die Funktionsweise des GPS-Systems (Global Positioning System)


Einer der 24 GPS-Satelliten derdie Erde umkreist
(Bild: NASA)

Um sein GPS-Gerät optimal nutzen zu können, sollte man zumindest im Groben wissen, wie das GPS-System funktioniert. Wie der Name „GPS-Empfänger“ schon sagt, kann unser Gerät Signale empfangen. Diese werden von vielen Satelliten (mindestens 24), die die Erde umkreisen, ausgesendet. Unser GPS Gerät kann auswerten, wie lange so ein Signal vom Satelliten bis zum Empfang auf der Erde braucht. Anhand der Position des Satelliten und dem Sendezeitpunkt (beides wird vom Signal mitgeschickt) kann aus all diesen Informationen die Entfernung zwischen dem Satelliten und dem Gerät errechnet werden. Um eine halbwegs genaue Positionsbestimmung auf der Erde durchführen zu können, benötigt unserer Gerät mindestens 3 Satelliten, die es mit Signalen versorgen. Je mehr weitere Satelliten empfangen werden können, desto genauer wird die Positionsbestimmung und die Berechnung der aktuellen Standorthöhe. Weil ein GPS-Gerät auf die Signale aus dem Orbit angewiesen ist, lässt sich auch erklären, warum in Häuserschluchten, im dichten Wald oder in engen Tälern der Empfang oft eingeschränkt ist und eine Positionsbestimmung unmöglich macht.

Genauigkeit

Mit der heutigen Leistung des GPS-Systems kann bei optimalem Empfang eine Genauigkeit von 15 Metern erreicht werden. Bei der Bestimmung der Standorthöhe ist die Genauigkeit mathematisch bedingt etwas schlechter, sodass zur Zeit barometrische Höhenmesser im Vergleich zum GPS-Gerät in der Höhenmessung die Nase vorn haben. Es gibt jedoch auch schon GPS-Geräte mit integriertem barometrischem Höhenmesser.
Achtung: Viele Geräte zeigen oft Genauigkeiten von bis zu 4m an. Das heißt aber nur, das sich 50% aller gemessenen Punkte innerhalb dieses Radius befindet. Einzelne Ausreißer können aber bis zu 15m weit fehlen.

bisher in der GPS-Serie erschienen:
Teil 2: Die Positonsbestimmung
Teil 3: Die GOTO-Funktion

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