Am Kreuzjöchlsee

Erstes SAAC-Camp dieses Winters: Wir waren dabei

Kategorie: Aktuelles | eingetragen am 10. November 2008 von Christof Simon

Bergführer Thomas beim Erklären des LVS-Gerätes
Der Umgang mit der Sonde will geübt sein
Ein ABS-Rucksack nach dem Auslösen
Strahlender Sonnenschein sorgt für beste Stimmung
Panorama am Stubaier Gletscher

Heuer finden die 2-tägigen Snow & Avalanche Awareness Camps schon das 11 Jahr statt. Aufgrund von vielen Lawinenunfällen abseits des gesicherten Skiraumes wurden die SAAC im Winter 1998/99 ins Leben gerufen. Seither ist viel passiert. Waren es anfänglich zwei Workshops auf der Innsbrucker Seegrube, so werden inzwischen nach einem Jahrzehnt jährlich an die 20 Camps in ganz Österreich angeboten. Bis heute wurden über 8.000 Snowboarder und Skifahrer ausgebildet.

Zurück ins Stubaital. Nach kurzweiligen 3 Stunden haben die Bergführer den Teilnehmern die Grundlagen zur Risikominimierung im freien Skiraum - multimedial mit Videos unterstützt - vermittelt. Der erste Teil des Camps ist vorbei.
Am nächsten Morgen trifft sich die gesamte Gruppe wieder bei der Talstation. Jeder der noch keine Notfallausrüstung sein eigen nennen darf, erhält ein Paket bestehend aus LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Wenig später stehen wir auf knapp 3000 Meter Seehöhe mitten im Stubaitaler Gletscher. Erste Schneefälle haben hier schon gute Pistenbedingungen geschaffen. Außerdem strahlt die Sonne mit den Teilnehmern um die Wette. Die 5 Bergführer - darunter auch 2 Frauen - schnappen sich ihre 11-köpfigen Gruppen und begeben sich auf die Pisten. Geländefahren ist aufgrund der geringen Schneehöhe heute leider nicht drinnen. Zu gefährlich sind noch offene Gletscherspalten und herausragende Steine. Trotzdem analysiert die Gruppe typische Geländemerkmale, die das Einschätzen von Gefahren erleichtern. Bergführer Thomas, alias die Spinne, erklärt Triebschnee, Windcols, Wechten und was sonst noch das Risiko im Gelände erhöht. Es werden mögliche Lines gesucht und analysiert.

Thomas ist schon das 4 Jahr dabei und einer von zirka 25 staatlich geprüften Bergführern, die beim SAAC tätig sind. Die Basic Kurse sind alle kostenlos, sogar die Tageskarte für die Skigebiete ist für die Teilnhemer stark reduziert. "Möglich ist das alles nur durch engagierte Sponsoren und durch die Unterstützung der Liftbetreiber, wenn die nicht wären, könnte man das alles vergessen.", meint der sympatische Stubaier in bestem Tiroler Dialekt.

Nach dem Mittagessen fahren wir mit der Schaufeljochbahn hinauf und üben den ganzen Nachmittag den Umgang mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Auch wenn wir vieles von den Erklärungen schon gehört haben, die Suchübungen festigen das Wissen und ermöglichen im Ernstfall ein richtiges reagieren.

Um 15.30 Uhr ist wieder Treffpunkt an der Talstation. Die Sonne ist bereits beim untergehen. Die Teilnehmer geben ihre Leihausrüstung zurück und verabschieden sich von den Bergführern. Auch wenn jeder ab jetzt wieder getrennte Wege geht, haben doch alle eines gemeinsam: Sie wissen Bescheid um die Gefahren im freien Skiraum und können das Risiko für sich und für andere besser einschätzen.

Auch wir vom Tourenwelt-Team treten die Heimreise an und ziehen folgendes Fazit:

Für alle jene, die sich gern im freien Skigelände bewegen und sich mit den Gefahren noch wenig auskennen, gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit kostenlos um an "überlebenswichtigen" Strategien zur Vermeidung von alpinen Unfällen zu kommen. Vor allem für Freerider und Snowboarder sind diese Kurse ein Muss, aber auch Tourengeher können uneingeschränkt davon profitieren. Wer schon mit der Materie vertraut ist, ist am besten bei den "Saacnd Step"-Kursen des Saac aufgehoben. In den 3 1/2 bzw. 5 1/2 Tagen dauernden Kursen wird das bestehende Wissen vertieft und auch Aspekte wie Tourenvorbereitung und -planung werden ausführlich berücksichtigt und im Gelände überprüft.

Infos zu Anmeldung, Terminen und Preisen der "Basic Camps" und der "Saacnd Step"-Kurse findet ihr auf der Homepage des Saac unter www.saac.at

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